Aus der Geschichte der Kirchengemeinde Sulpach

Schon im Jahr 782 wird Sulpach in einer Urkunde des Klosters Lorsch als Pfarrdorf mit eigener Kirche erwähnt. Bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts blieb das Dorf selbständig und besaß eine eigene Pfarrei.

1538 wurde die Sulpacher Pfarrstelle aufgehoben, nachdem das Dorf, möglicherweise im Zusammenhang mit den Bauernkriegen, eine schwere Krise erlebt hatte und auf vier Höfe geschrumpft war. Seit dieser Zeit gehörte Sulpach mit Roßwälden und Weiler zum Roßwälder Stab. Um das Jahr 1551 wurde die baufällig gewordene Kirche abgerissen.

1607 wurde auf den Grundmauern der alten Kirche die heute noch bestehende Kirche gebaut. Die kleinere ihrer beiden Glocken stammt noch aus der alten Kirche und ist somit die älteste Glocke Ebersbachs. Die Kanzel, der Altar, das Kruzifix und die große Glocke stammen aus dem 17. Jahrhundert. Letztere trägt die Inschrift: „M.H.M.- In Esslingen goss mich 1609 Veit Zwicker Schuldheis". Auf dem Taufstein sind die Buchstaben I.L.S.T. und M.E.St; dazu die Jahreszahl 1838 eingemeißelt.

Der Roßwälder Pfarrer wurde verpflichtet, in der neuen Kirche an allen Apostelfeiertagen eine Predigt zu halten; auch für Taufen und für die Abendmahlsfeiern an Festtagen war er zuständig. Auch damals schon gab es Grund zur Unzufriedenheit mit den Gemeindemitgliedern: Im Jahr 1725 rügt der kirchliche Visitator, dass die Sulpacher am Sonntag häufig nach Ebersbach laufen, dort Lichter, Karrensalbe, Stricke, Ochsenjoche und anderes einkaufen und sich „daselbst gütlich tun mit Essen und Trinken, wie auf einer Bauernmesse". Seine Ermahnung, den Sonntag heiliger zu feiern, blieb fruchtlos. 1768 ordnete der geistliche Aufsichtsbeamte an, auf der Kanzel zu verkünden, dass die Sulpacher bei ihrem Kirchenbesuch in Ebersbach „nicht in den Wirtshäusern versitzen bleiben, sondern den Gottesdienst gebührlich abwarten".

Als Sulpach im Jahr 1932 nach Ebersbach eingemeindet wurde, war damit für die Sulpacher Gemeinde die Zugehörigkeit zur Kirchengemeinde Ebersbach verbunden. Seit dem 01. Januar 1989 ist die Sulpacher Gemeinde wieder selbständig und teilt sich eine Pfarrstelle mit Bünzwangen.