Aus der Geschichte der Kirchengemeinde Bünzwangen

Eine Kirche mit Geschichte(n)

Die Wurzeln der Leonhardskirche in Bünzwangen reichen zurück bis in das Jahr 1481. damals wurde in dem kleinen Weiler, der zum Bistum Konstanz gehörte, eine kleine Kirche gebaut. Zur Freude der etwa 100 Dorfbewohner war die Zeit vorüber, in der man erst lange Fußmärsche zur nächsten Kirche zurücklegen musste. Auf diese Kirche geht heute nur noch der Turm zurück.

Durch mehrere schwere Unwetter im 16. Jahrhundert wurde die Kirche stark baufällig. Außerdem hatte sich die gemeinde stark vergrößert. So wurde den Bünzwangern 1777 der Bau einer neuen Kirche ermöglicht und „zu Bartholomä 1778“ (24. August) war die heutige Kirche fertig. Im Laufe der Zeit wurden immer wieder Veränderungen, vor allem an der Innenausstattung vorgenommen. Die letzte große Renovierung wurde 1992 abgeschlossen. Dabei wurde der Anbau erstellt.

Die Brüstung der Empore zeigt wertvolle Bilder. Sie zeigen Christus und die zwölf Apostel und stammen aus der Zeit um 1500. Diese Bilder wurden 1963 freigelegt. Wahrscheinlich waren Sie von Bilderstürmern in der Reformationszeit übermalt worden.  Ein weiterer Schatz sind drei Gemälde des Malers Jakob Grünenwald (1821-1896), der aus Bünzwangen stammte.

Erst seit 1989 ist Bünzwangen eine selbständige Kirchengemeinde. Davor hatte die Gemeinde eine wechselvolle Geschichte als Filiale von Albershausen und Schlierbach. Von 1971 bis 1989 war Bünzwangen Teil der Gesamtkirchengemeinde Ebersbach. Dabei hatten die Bünzwanger nicht nur keinen Pfarrer am Ort, sie mussten auch noch den Pfarrer, der aus der Nachbarschaft anreiste für seine Aufwendungen entschädigen. So mussten die Bünzwanger dem Albershäuser Pfarrer, der in früheren Zeiten hoch zu Ross ins Dorf kam, Hafer für sein Pferd zu Verfügung stellen, den so genannten „Ritthaber“.

Leonhard, der Namenspatron der Bünzwanger Kirche lebte im 6 Jahrhundert als Einsiedler in Frankreich. Seine Aufmerksamkeit galt den gefangenen die er besuchte und für deren Begnadigung er sich einsetzte. Deshalb wird er oft mit einer kette dargestellt. Im laufe der Zeit wurde aus der Gefangenenkette eine Viehkette und Leonhard wurde zum Patron der Bauern, der Ställe und des Viehs.