Ein bisschen Geschichte

Die Christen in Bünzwangen und Sulpach haben eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Meist waren die kleinen Dörfer Filialgemeinden eine der umliegenden Orte. Seit 2013 sind sie zusammen eine Kirchengemeinde mit einer gemeinsamen Pfarrstelle.

Kirche in Bünzwangen

Eine Kirche mit Geschichte(n)

Die Wurzeln der Leonhardskirche in Bünzwangen reichen zurück bis in das Jahr 1481. damals wurde in dem kleinen Weiler, der zum Bistum Konstanz gehörte, eine kleine Kirche gebaut. Zur Freude der etwa 100 Dorfbewohner war die Zeit vorüber, in der man erst lange Fußmärsche zur nächsten Kirche zurücklegen musste. Auf diese Kirche geht heute nur noch der Turm zurück.

Durch mehrere schwere Unwetter im 16. Jahrhundert wurde die Kirche stark baufällig. Außerdem hatte sich die gemeinde stark vergrößert. So wurde den Bünzwangern 1777 der Bau einer neuen Kirche ermöglicht und „zu Bartholomä 1778“ (24. August) war die heutige Kirche fertig. Im Laufe der Zeit wurden immer wieder Veränderungen, vor allem an der Innenausstattung vorgenommen. Die letzte große Renovierung wurde 1992 abgeschlossen. Dabei wurde der Anbau erstellt.

Die Brüstung der Empore zeigt wertvolle Bilder. Sie zeigen Christus und die zwölf Apostel und stammen aus der Zeit um 1500. Diese Bilder wurden 1963 freigelegt. Wahrscheinlich waren Sie von Bilderstürmern in der Reformationszeit übermalt worden.  Ein weiterer Schatz sind drei Gemälde des Malers Jakob Grünenwald (1821-1896), der aus Bünzwangen stammte.

Erst seit 2013 sind Bünzwangen und Sulpach eine Kirchengemeinde. Davor hatte die Gemeinde eine wechselvolle Geschichte als Filiale von Albershausen und Schlierbach. Von 1971 bis 1989 war Bünzwangen Teil der Gesamtkirchengemeinde Ebersbach. Dabei hatten die Bünzwanger nicht nur keinen Pfarrer am Ort, sie mussten auch noch den Pfarrer, der aus der Nachbarschaft anreiste für seine Aufwendungen entschädigen. So mussten die Bünzwanger dem Albershäuser Pfarrer, der in früheren Zeiten hoch zu Ross ins Dorf kam, Hafer für sein Pferd zu Verfügung stellen, den so genannten „Ritthaber“.

Leonhard, der Namenspatron der Bünzwanger Kirche lebte im 6 Jahrhundert als Einsiedler in Frankreich. Seine Aufmerksamkeit galt den gefangenen die er besuchte und für deren Begnadigung er sich einsetzte. Deshalb wird er oft mit einer kette dargestellt. Im laufe der Zeit wurde aus der Gefangenenkette eine Viehkette und Leonhard wurde zum Patron der Bauern, der Ställe und des Viehs.

Kirche in Sulpach

Schon im Jahr 782 wird Sulpach in einer Urkunde des Klosters Lorsch als Pfarrdorf mit eigener Kirche erwähnt. Bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts blieb das Dorf selbständig und besaß eine eigene Pfarrei.

1538 wurde die Sulpacher Pfarrstelle aufgehoben, nachdem das Dorf, möglicherweise im Zusammenhang mit den Bauernkriegen, eine schwere Krise erlebt hatte und auf vier Höfe geschrumpft war. Seit dieser Zeit gehörte Sulpach mit Roßwälden und Weiler zum Roßwälder Stab. Um das Jahr 1551 wurde die baufällig gewordene Kirche abgerissen.

1607 wurde auf den Grundmauern der alten Kirche die heute noch bestehende Kirche gebaut. Die kleinere ihrer beiden Glocken stammt noch aus der alten Kirche und ist somit die älteste Glocke Ebersbachs. Die Kanzel, der Altar, das Kruzifix und die große Glocke stammen aus dem 17. Jahrhundert. Letztere trägt die Inschrift: „M.H.M.- In Esslingen goss mich 1609 Veit Zwicker Schuldheis". Auf dem Taufstein sind die Buchstaben I.L.S.T. und M.E.St; dazu die Jahreszahl 1838 eingemeißelt.

Der Roßwälder Pfarrer wurde verpflichtet, in der neuen Kirche an allen Apostelfeiertagen eine Predigt zu halten; auch für Taufen und für die Abendmahlsfeiern an Festtagen war er zuständig. Auch damals schon gab es Grund zur Unzufriedenheit mit den Gemeindemitgliedern: Im Jahr 1725 rügt der kirchliche Visitator, dass die Sulpacher am Sonntag häufig nach Ebersbach laufen, dort Lichter, Karrensalbe, Stricke, Ochsenjoche und anderes einkaufen und sich „daselbst gütlich tun mit Essen und Trinken, wie auf einer Bauernmesse". Seine Ermahnung, den Sonntag heiliger zu feiern, blieb fruchtlos. 1768 ordnete der geistliche Aufsichtsbeamte an, auf der Kanzel zu verkünden, dass die Sulpacher bei ihrem Kirchenbesuch in Ebersbach „nicht in den Wirtshäusern versitzen bleiben, sondern den Gottesdienst gebührlich abwarten".

Als Sulpach im Jahr 1932 nach Ebersbach eingemeindet wurde, war damit für die Sulpacher Gemeinde die Zugehörigkeit zur Kirchengemeinde Ebersbach verbunden. Seit dem 2013 ist die Sulpach mit Bünzwangen zusammen ein Kirchengemeinde und teilt sich eine Pfarrstelle mit Bünzwangen.